Politik lernt von Tischlern - Tischler lernen von Politik

Erster Frühjahrsempfang von HessenTischler

20.03.2018. Hessens Tischler feierten Mitte März eine Premiere. Anlässlich des ersten Frühjahrsempfangs kamen Gäste aus Politik, Handwerk und Gesellschaft nach Aßlar zum Unternehmen Pfeiffer GmbH & Co. KG. Hauptredner Dr. Hermann Otto Solms, Ehrenvorsitzender der Freien Demokraten, forderte die Tischler auf, die neue Große Koalition kritisch zu begleiten.
Frühjahrsempfang Solms klein
Dr. Hermann Otto Solms ermutigte dazu, die Arbeit der GroKo kritisch zu hinterfragen (Foto: Fachverband LRG Hessen/Rheinland-Pfalz).

Mit Blick auf den Koalitionsvertrag verdeutlichte er, „dass es keine Fortschritte für die Wirtschaft" gebe. Es sei ein „Weiter so" wie bisher und die Vereinbarung der Koalitionäre perspektivlos. Der demografische Wandel, die Globalisierung und weniger Facharbeiter fordern die Wirtschaft jetzt und zukünftig heraus. „Wir müssen flexibler und effizienter werden und uns den Herausforderungen stellen", so Solms. Darauf muss sich die Wirtschaft vorbereiten. Für die verdoppelten Steuereinnahmen der letzten Jahre forderte er, dass denen etwas gelassen wird, die diese Steigerung erwirtschaftet haben. Doch „steuerlich ist nichts drin". Es ist deshalb geboten, die Vorhaben der Großen Koalition kritisch zu begleiten.

Landesinnungsmeister Wolfgang Kramwinkel begrüßte Handwerkskollegen aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Darunter den Präsidenten der Handwerkskammer Wiesbaden Klaus Repp, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill Ralf Jeschke und ihrem Geschäftsführer Sebastian Hofmanns. Der Einladung folgte auch der ehemalige Präsident des Landesinnungsverbands für das Tischlerhandwerk Reinhard Nau. Weitere Grußworte hielten Klaus Repp und Ralf Jeschke, die die richtige Richtung lobten, sich in der Politik Gehör zu verschaffen.
In seiner Begrüßungsrede beleuchtete Kramwinkel Licht und Schatten des Koalitionsvertrags. Die berufliche Bildung und die „geplante Gebührenfreiheit für angehende Meisterinnen und Meister ist sehr zu begrüßen". Der längst überfällige Schritt in die richtige Richtung „forciert die Gleichbehandlung zwischen akademischer und beruflicher Bildung". Jungen Handwerkerinnen und Handwerkern eröffnen sich damit neue und zukunftsorientierte Berufschancen. Die angestrebte personenbezogene Förderung schaffe eine bundeseinheitliche und wettbewerbsneutrale Regelung, mit der sich für Tischlerinnen und Tischlern der Weg zur höheren Qualifizierung ebnet.
Politik und Handwerk klein
Der Einladung folgten Gäste aus Politik und Handwerk (v.l.n.r.): Der Kreishandwerksmeister Ralf Jeschke, der erste Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber, der Geschäftsführer HessenTischler Hermann Hubing, der Ehrenvorsitzender der Freien Demokraten Dr. Hermann Otto Solms, der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden Klaus Repp, die Geschäftsführer Holm und Arnd Pfeiffer der Pfeiffer GmbH & Co. KG, der Präsident des Fachverbands Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz Stefan Zock und der Landesinnungsmeister Wolfgang Kramwinkel (Foto: Fachverband LRG Hessen/Rheinland-Pfalz). 

Er lieferte einen bunten Strauß an Diskussionsthemen. Die neue DSGVO, Bürokratieabbau und Dieselfahrverbote reihten sich neben beruflicher Bildung, Digitalisierung und Nachwuchswerbung ein.

Holm Pfeiffer, Geschäftsführer der Pfeiffer GmbH & Co. KG, begrüßte die Gäste. Er stellte das Unternehmen vor und dankte dafür, als erster Ausrichter des hessischen Frühjahrsempfangs zu sein.
Die hessischen Tischler begründeten eine neue Tradition.

Fortan treffen sie sich jährlich bei einem Betrieb, um den Dialog zwischen Handwerk, Politik und Gesellschaft mit Leben zu füllen und zu fördern. Kennen lernen, vernetzen und diskutieren sind dabei Ziele, die den Unternehmern wichtig sind. Der Informationsaustausch legt einen Grundstein dafür, sich Gehör zu verschaffen. Dialog zwischen Handwerk und Politik bedeutet auch voneinander zu lernen, um die künftigen Herausforderungen gemeinsam zu meistern.