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Tischler stärken ländliche Regionen

Dr. Hugo Müller Vogg kam als Hauptredner zum Frühjahrsempfang nach Fachbach.
Dr. Hugo Müller Vogg kam als Hauptredner zum Frühjahrsempfang nach Fachbach.

Tischler sind nicht einfach nur Tischler. Sie erfüllen neben vielen anderen Aufgaben auch einen wichtigen Auftrag in ländlichen Regionen: Sie bieten Arbeitsplätze und tragen damit zur Stabilität des ländlichen Raumes bei. Dies machte der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler, beim diesjährigen Frühjahrsempfang von TischlerRheinland-Pfalz in den Noll Werkstätten in Fachbach deutlich.

 

Jürgen Keiper, Geschäftsführer der Noll Werkstätten GmbH, konnte rund 70 Gäste aus Hessen und Rheinland-Pfalz, darunter auch Rudi Müller, Präsident der Handwerkskammer Trier und Bernd Hammes, Geschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, begrüßen.

 

Keiper stellte das im Jahr 1954 gegründete Unternehmen vor. Die 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebs widmen sich hauptsächlich dem Schwerpunkt Innenausbau von Banken und Objekten. Seit 1957 befindet sich das Unternehmen am heutigen Standort, in einer alten Turnhalle beherbergt. Als mittelständisches Unternehmen trägt Noll Werkstätten dazu bei, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben der Region zu stärken.

 

Für inhaltlichen Input gab Landesinnungsmeister Stefan Zock in seiner Begrüßungsrede einige Themen vor: Bürokratieabbau, die neue Datenschutzgrundverordnung oder auch die digitale Aufbewahrungspflicht von Dokumenten.

 

Eingehend auf den Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD konstatierte Zock Licht und Schatten. So begrüße das Handwerk einerseits die vorgesehene Änderung das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz als längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung hin zur Gleichstellung akademischer und beruflicher Bildung. Gleichzeitig kritisierte er jedoch die „Ausgabenfreundlichkeit“ der neuen Regierung und die Tendenz hin zu einer Transfergesellschaft.

 

Auch Hauptredner Dr. Hugo Müller-Vogg, Publizist und Journalist, sowie intimer Kenner des politischen Berlins und langjähriger Mitherausgeber der FAZ, der in seinem Vortrag dezidiert auf die aktuelle politische Situation einging, setzte zahlreiche Fragezeichen zum aktuellen Handeln der politischen Eliten, wobei er resümierend zwar von einer Parteienkrise, nicht aber jedoch von einer Staatskrise sprechen wollte. Besonders enttäuscht zeigte sich Dr. Müller-Vogg darüber, dass der die deutliche Handschrift der SPD tragende Koalitionsvertrag wiederum keine echte Steuerreform für den Mittelstand in Aussicht stellt.

 

Der jährlich von TischlerRheinland-Pfalz veranstalte Frühjahrsempfang bietet in der inspirierenden Atmosphäre eines Mitgliedsbetriebs die Möglichkeit zum Austausch zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Die musikalische Untermalung der Veranstaltung lieferte das Duo „Wood Vibrations“.