Netzwerken in Werkstatt-Atmosphäre

In den modernen, großzügigen Werkstätten der Jehn GmbH & Co. KG in Ebersburg fand am Samstag, dem 7. Februar, der Frühjahrsempfang des hessischen Tischlerhandwerks statt. Knapp 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Innungsbetrieben, Handwerksorganisationen und Politik nutzten die Einladung zum Austausch. Gastgeber Olaf Jehn empfing die Gäste in den weitläufigen Hallen und bot damit den passenden Rahmen für Gespräche über die Lage des Handwerks und die Perspektiven der Betriebe.
Landesinnungsmeister Holm Pfeiffer eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßung, in der er die aktuelle Situation des hessischen Tischlerhandwerks einordnete. Er sprach über die
wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen viele Betriebe konfrontiert sind, und benannte gegenüber der Politik die aus Sicht des Handwerks bestehenden Hemmnisse sowie die benötigten
verlässlichen Rahmenbedingungen. Anschließend stellte Olaf Jehn seinen Betrieb vor und skizzierte die Entwicklung des Unternehmens. Er hob den Wert von Möbeln aus Holz hervor und verwies auf
deren besondere Nachhaltigkeit, da Produkte aus Holz bei guter Gestaltung und Verarbeitung über Generationen hinweg genutzt werden können. Für musikalische Akzente sorgte die Sängerin Verena
Lieberwirth, die den Empfang mit stimmungsvollen Beiträgen begleitete.
In den anschließenden Grußworten unterstrich Sebastian Müller, Mitglied des Hessischen Landtages, die Bedeutung des Werkstoffs Holz als Zukunftsthema und würdigte das Tischlerhandwerk als hochmodernes Gewerk, das in der Region stark vertreten ist. Bernd Woide, Landrat des Landkreises Fulda, stellte den Bezug zur regionalen Wertschöpfung heraus. Produkte aus dem Tischlerhandwerk seien greifbar, kämen aus der Region und stünden zugleich für Aus- und Weiterbildung, Perspektiven und einen wichtigen Wirtschaftsfaktor vor Ort. Rolph Limbacher, Vizepräsident der Handwerkskammer Kassel, betonte die Rolle der Handwerksorganisationen und würdigte die Arbeit der Innungen und Verbände. Zugleich verwies er auf den Wechsel in der Geschäftsführung und wünschte der neuen Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante ein gutes Händchen. Er verband dies mit dem Signal eines Aufbruchs bei gleichzeitiger Kontinuität. Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer richtete seinen Dank an die anwesende Politik und machte deutlich, wie wichtig es ist, dass Handwerk und politische Entscheider im Gespräch bleiben. Dieter Klüber, Obermeister der Schreiner-Innung Fulda-Hünfeld, hob den Zusammenhalt im Kollegenkreis hervor und verwies auf die traditionell starke Innungsarbeit im Tischlerhandwerk.
Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die Rede von Michael Brand. Er ist Mitglied des Deutschen Bundestages, Wahlkreisabgeordneter für Fulda und den Vogelsbergkreis sowie Parlamentarischer
Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Unter dem Titel „Fakten auf den Tisch: Was jetzt für Handwerk und Mittelstand passiert, aktuelle Lage
und Maßnahmen“ ordnete Brand die Lage ein und betonte die Bedeutung des Handwerks als dauerpräsenten Stabilitätsfaktor. Er verwies auf Entscheidungen und Mittel, die in den vergangenen Jahren
bereitgestellt wurden, und nahm zugleich den psychologischen Faktor wirtschaftlicher Entwicklung in den Blick. Es komme darauf an, sich nicht von Schlagzeilen treiben zu lassen, sondern an
Zuversicht und Leistungsbereitschaft festzuhalten. Wohlstand entstehe durch Arbeit und gerade Familienunternehmen seien Motoren des Wohlstands.
Im Schlusswort dankte Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Fachverbandes Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland Pfalz, dem Gastgeber und den Gästen. Sie rief dazu auf, die Zusammenarbeit
zwischen Betrieben, Handwerksorganisationen und Politik weiter zu vertiefen. Der stetige Austausch sei die Grundlage, um Herausforderungen gemeinsam anzugehen und tragfähige Lösungen zu
entwickeln. Als positives Signal wertete sie die breite Präsenz der Politik und die offene Gesprächsatmosphäre. Die starke Partnerin des Fachverbandes, die SIGNAL IDUNA Versicherung, hat auch in
diesem Jahr den Frühjahrsempfang großzügig unterstützt und somit zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen. Im Anschluss nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum
kollegialen Austausch und zum Netzwerken bei Speisen und Getränken.







