Nachwuchstalente spielen mit „Licht + Schatten“

Mit der Siegerehrung im Kinopolis Koblenz ist am 16. Juni der Lehrlingswettbewerb in Rheinland-Pfalz für dieses Jahr zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Licht + Schatten“ hatten sich 18 Auszubildende im Tischlerhandwerk der Aufgabe gestellt, ein individuelles Werkstück zu entwerfen und zu bauen. Im Mittelpunkt standen kreative Ideen, eine überzeugende Materialauswahl, gutes Design, Funktionalität und handwerklich saubere Verarbeitung.
Den ersten Platz belegte Saskia Jachmich von der Schreinerei Helf in Andernach mit ihrer Arbeit „Reading Stars“. Die als Nachttisch- und Leselampe konzipierte Leuchte überzeugte die Jury durch
eine gelungene Umsetzung des Wettbewerbsthemas, hohe Produktästhetik und eine einfache, intuitive Bedienung. Über einen drehbaren inneren Zylinder lässt sich die Lichtmenge regulieren; dadurch
entsteht ein individuelles Spiel von Licht und Schatten.
Der zweite Platz ging an Jurek Bertram von der Lumatic Möbelmanufaktur in Trier für seinen „Lamellen-Couchtisch“. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung von Funktion und skulpturaler
Wirkung. Die umlaufenden, verdrehten Holzlamellen und das indirekte Licht verleihen dem Möbel trotz seiner massiven Tischplatte eine überraschende Leichtigkeit.
Den dritten Platz erreichte Paul Frank vom Ausbildungsbetrieb Theo Nollen in Winningen mit der beleuchteten Uhr „Aurora“. Die Arbeit wurde als kleine skulpturale Uhr mit starker Raumwirkung
ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurde der experimentelle Ansatz des Entwurfs und der kreative Umgang mit dem Spiel von Schatten und Licht.
Betriebsberater Stefan Höhn stellte in Vertretung der Jury die Wettbewerbsarbeiten vor und erläuterte die Begründungen für die Siegerarbeiten. Wolfram Lehnen, stellvertretender Landesinnungsmeister und Vizepräsident des Fachverbandes Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz, betonte, die Vielfalt der eingereichten Stücke zeige, wie einfallsreich die jungen Tischlerinnen und Tischler das Thema interpretiert hatten: von Leuchten und Möbeln über Uhren bis hin zu funktionalen und künstlerisch geprägten Einzelstücken. Weitere Gastredner waren Anja Wallwey, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Koblenz, und der Vorsitzende Kreishandwerksmeister Marco Kraus.
Andrea Belegante, Geschäftsführerin von Tischlerrheinland-pfalz und Hauptgeschäftsführerin des Fachverbandes Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz, gratulierte
allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In ihrem Schlusswort betonte sie, dass der Wettbewerb nicht als Endpunkt zu verstehen sei, sondern als Anfang. Als Beispiel nannte Belegante die
Vorbereitung auf die WorldSkills 2026 in Shanghai. Erst vor kurzem hatte an der Holzfachschule Bad Wildungen ein internationales Ländertraining stattgefunden, bei dem junge Tischlerinnen und
Tischler aus mehreren europäischen Teams gemeinsam trainierten.
Der Lehrlingswettbewerb richtet sich an Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Er soll die Auseinandersetzung mit Formgebung, Gestaltung und Funktion fördern und jungen Nachwuchskräften die
Möglichkeit geben, unabhängig von den festen Anforderungen eines Gesellenstücks eigene Entwurfsideen umzusetzen.



