167 neue Tischlermeisterinnen und -meister

Im Jahr 2025 haben im Tischlerhandwerk in Hessen und Rheinland-Pfalz zusammen 167 Handwerkerinnen und Handwerker die Meisterprüfung bestanden. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl damit leicht um 1,8 Prozent zurück, lag aber deutlich über dem Wert von 2023 mit 141 bestandenen Prüfungen. In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl von 55 auf 57 (plus 3,6 Prozent), während sie in Hessen von 115 auf 110 sank (minus 4,3 Prozent). Bundesweit bestanden 1.235 Personen die Meisterprüfung im Tischlerhandwerk.
Ein bedeutender Faktor für die hessische Bilanz ist die Holzfachschule Bad Wildungen, die größte private Bildungseinrichtung der Holzwirtschaft in Deutschland. Mit 58 von 110 wurde 2025 mehr als
jede zweite in Hessen bestandene Tischlermeisterprüfung dort abgelegt. 2024 entfielen von den 115 in Hessen bestandenen Tischlermeisterprüfungen 63 auf Bad Wildungen.
Die Schule zieht Tischlernachwuchs aus ganz Deutschland an und macht Hessen damit zu einem zentralen Ausbildungsstandort für den gesamten Berufsstand. Weil die Prüfung vor dem Prüfungsausschuss
der Handwerkskammer Kassel stattfindet, zählen diese Abschlüsse zu Hessen, obwohl die Meisterschülerinnen und Meisterschüler aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. Dennoch ist die Schule
regional stark verankert: Rund ein Drittel der Absolventinnen und Absolventen der Bad Wildunger Meisterschmiede stammt aus Nordhessen.
Den frisch geprüften Meisterinnen und Meistern steht ein solider Nachwuchsstamm gegenüber: Ende 2025 befanden sich in Hessen 1.182 und in Rheinland-Pfalz 859 junge Menschen in der Ausbildung zum
Tischler oder zur Tischlerin. Für viele ist die Meisterprüfung der nächste Schritt – Voraussetzung für die Selbstständigkeit im zulassungspflichtigen Tischlerhandwerk und Grundlage dafür, selbst
auszubilden.
Auffällig bleibt der Unterschied zwischen Ausbildung und Meisterprüfung beim Frauenanteil. Während in der Ausbildung 19 Prozent (Hessen) beziehungsweise 16 Prozent (Rheinland-Pfalz) der Lehrlinge
weiblich sind, lag ihr Anteil unter den neuen Meisterinnen niedriger: In Hessen waren vier der 110, in Rheinland-Pfalz fünf der 57 erfolgreichen Prüflinge Frauen.
